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Ostereierausstellung Die "Original Ahrweiler Ostereierausstellung" fand im April 2004 zum letzten Mal statt. Rechtzeitig zum 20-jährigen Jubiläum erhielten die Besucher noch einmal Gelegenheit, die kleinen Wunder zu betrachten, die von den beiden Künstlerinnen Roos Schäfer-Senteur und Edith Maurer in akribischer Kleinstarbeit geschaffen wurden. Mittlerweile wurde diese Ausstellungsreihe ad acta gelegt: Supermarkt-Massen-Einerlei und " Made in Japan" haben den Markt der real geschaffenen Kunst leider so überrollt, dass auch die Wertschätzung dieser unikaten Werke abhanden kam. Schade. Diese letzte Ausstellung war natürlich etwas besonderes und mit einem lachenden und einem weinenden Auge nahmen die Ausstellerinnen Roos Schäfer-Senteur, Edith Maurer und Maaike Feih 2004 "Abschied vom Ei". Die Ostereierausstellung war seit 1984 eine feste Institution zu Ostern in der Malschule Roos. Kein Ei ist für die Kunst zu groß, keines zu klein. Jedes wird nach Größe der Fläche, Kalkgehalt und Festigkeit gestaltet. Vom 1cm kleinen Zierfinken-Ei bis zum 20cm großen Straußvogel-Ei, dazwischen alle Variationen von Hühner-, Gänse- bis zum Emu-Ei, finden sich alle denkbaren Variationen des zerbrechlichen Objektträgers. "Ziseliert, bemalt, graviert, ausgefräst... beim Gang durch die Ausstellung wundert nichts mehr. Das Ei als Kunstobjekt: Muster, wie von feinen Häkeldecken, auf Eierschalen. Die Ausstellungen fallen besonders durch ihren Ideenreichtum auf (Fotogalerie weiter unten). Die beiden verantwortlichen Künstlerinnen Roos Schäfer-Senteur und Edith Maurer arbeiten hier mal filigran, mal kunterbunt aber immer schaffen sie Unikate. Keine Drucke, keine Abziehbilder ...alles Werke in teilweise stundenlanger Handarbeit. So findet sich etwas für jeden Geschmack: etwas für den Osterstrauß oder etwas für die Vitrine: Blumenmotive, traditionelle Delfter Muster, bekannte Motive (Rembrandt, Da Vinci, van Gogh...), Schmuck-Eier im Stile von Fabergé und auch witzige und experimentelle Exponate".
Ein kompletter Küchenschrank aus einem Straußen-Ei gezaubert: Fräsearbeit trifft Modellbau
Klassisch bemalte Eier
Filigrane Fräsearbeiten. Eine Eierschale hält viel aus!
Das Ei als abstraktes Kunstwerk: gelötet (links) und zum Mäusehaus umfunktioniert (rechts)
"Fabergé" -Schatullen aus Original Eierschalen.
20
Jahre Ahrweiler Ostereierausstellung: Ein Rückblick zum Finale!
Die
Anfänge: „Angefangen hat alles 1984 als eine damalige
Schülerin - Maaike
Feih - mir von ihrem Hobby erzählte: "Ostereier“, so Roos Schäfer-Senteur.
„Wie auch ich, hatte sie als Kind Freude daran gefunden, Familie und
Freunde mit schönen bemalten, meist hartgekochten (!) Eiern für das
Osternest zu beglücken“. Auch in eigener Sammlung hatte sich bereits viel
angesammelt. So entstand die Idee der beiden, doch mal eine Ausstellung zu
organisieren. Als „Lockmittel“ wurden, neben ein paar einfachen
Handzetteln und einer kleinen Vorankündigung in der Zeitung, die ersten
Exponate im Schaufenster von „Tapeten Seul“, in der Niederhut
ausgestellt. Direkt darüber befand sich damals die Malschule und hier
fanden auch die ersten beiden Ausstellungen statt. Zunächst war die
Ausstellung nur für den Samstag vor dem Osterwochenende geplant, die
Zeitungen allerdings schrieben Samstag und Sonntag und so…Ein wahrer und
nicht erwarteter Ansturm auf die erste Ausstellung war das Resultat. Anfänglich
als reine Ausstellung geplant, wollten die begeisterten Besucher die
Exponate auch erwerben, so dass sich die beiden Künstlerinnen nachts
hinsetzten und einige der Eier schweren Herzens mit Preisen versahen.
Roos Schäfer-Senteur:
„Doch bereits zwei Stunden nach Öffnung, saßen wir den Rest des Sonntags
beinahe ohne Eier in der Ausstellung. Alles war verkauft. Wir wussten
nicht, dass in Sachen Ostereierausstellung eine wahre Marktlücke bestand.
Wir saßen also da mit offenen Mund und konnten es nicht fassen“ Dank der
guten Pressearbeit, sah es auch im zweiten Jahr nicht anders aus: Die
Ausstellung wurde auf zwei Wochenenden ausgedehnt, doch bereits am ersten
waren Roos und Maaike ausverkauft und schufen so innerhalb einer Woche, wie der Osterhase höchstpersönlich,
eine Reihe neuer Schmuckstücke für das zweite Wochenende. Maaike und Roos
einigten sich auf das Konzept jedes Jahr 1000 (!) neue Eier auszustellen.
Die Palette wuchs und bereits im dritten Jahr war die Malschule zu klein
geworden und die Ahrweiler Ostereier-Ausstellung fand zum ersten Male in der
ehemaligen Synagoge in der Altenbaustrasse satt. Mittlerweile hatte sich die
Ausstellung der beiden als Geheimtipp herumgesprochen und Sammler aus ganz
Europa kamen nach Ahrweiler, sogar einige aus China (!). Ein Erfolg mit
einer Rekordzahl von 5017 Besuchern.
Edith
Maurer steigt ein: Nach 5 Jahren kehrte die gebürtige Niederländerin
Maaike Feih dorthin zurück und Roos nahm die Künstlerin und
Malschul-Mitarbeiterin Edith Maurer mit an Bord. Die Sammler bedauerten zunächst
den Abgang von Maaike, erfreuten sich aber schnell am neuen Stil, den Edith
mit einbrachte. Mittlerweile war die Ostereierausstellung ein fester
Bestandteil des Osterfestes in Ahrweiler und auch in anderen Städten, wie Köln
oder München, sogar in den Niederlanden und der Schweiz entstanden die großen
Eierbörsen. Es gab Sammler die von Maastricht über Köln, Ahrweiler nach
Genf die Ausstellungen abklapperten. Roos und Edith erhielten immer große
Komplimente für ihre kleine aber individuelle und liebevoll dekorierte
Ausstellung. „1991 zog die Malschule dann in die „alte Scheune“, wo
sie heute noch zu finden ist und das Ambiente dieser Räumlichkeiten
gestaltete die Ausstellungen noch intimer“, so Roos. „Es gab Zeiten da
schwitzten wir Blut und Wasser, wenn beispielsweise die Nachbarskatze auf
unseren Tischen tanzte, Menschen mit dicken Mänteln sich schwungvoll in
eine andere Ecke drehten oder eine Horde kleiner Kinder ohne Aufsicht die
Ausstellung heimsuchte“, so Edith Maurer. Nach ein paar Jahren entstand
das Konzept der Werbegemeinschaft „Rund ums Ei“ und auch der Marktplatz
in Ahrweiler verwandelte sich in einen Ostermarkt.
Umbrüche: Eine Flut von preiswerter Osterdekoration und Fließbandarbeit aus
Taiwan, andere Ostereierausstellungen, die wie die Pilze aus dem Boden
schossen und das damit einhergehende Überangebot, machten es der kleinen
Ausstellung von Roos und Edith schwer. „Nur wenige konnten noch erkennen,
was wir leisteten: Echte Handarbeit, also Unikate, die in stunden- und
tagelanger Kleinarbeit entstanden“. Dazu ergänzt Edith Maurer: „Oft
wurden wir gefragt, wo um Himmels willen wir denn die ganzen Abziehbilder
herbekommen. Oder der Härtetest: Da wurden Eier auf den Tisch geklopft um
festzustellen, ob sie auch echt sind!“ Erlebt haben die drei
Ausstellerinnen viel in den 20 Jahren. Von begeisterten Besuchern bis hin zu
Zweiflern: „Die sind doch alle aus Plastik, da macht man mir nichts
vor“. Von den Materialkosten abgesehen, wurde versucht die Qualität
dieser Kleinode zu erschwinglichen Preisen zu halten, doch mit den Jahren
greift die Inflation der Angebote. Dazu Roos: „So haben wir beschlossen,
das Ostereiermalen wieder zu dem werden zu lassen, was es einmal war: Ein
Hobby“ Etwa 2000 Menschen besuchten im Schnitt die Ostereierausstellung an einem Wochenende: Besucher die sich diese außergewöhnliche Form der Kunst einfach mal anschauen wollen aber auch Kenner, Liebhaber und Sammler aus der ganzen Welt: Jedes Jahr gab es um die 1000 (neuen) Eier zu betrachten. In einer Schweizer Fachzeitschrift wurde die Ausstellung, neben Moskau, als Geheimtipp gepriesen und wurde unter anderem auch schon im Fernsehen (WDR, ARD) mehrmals vorgestellt.
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