BERUF & STUDIUM

Der folgende Info-Text richtet sich an Jene, welche unser Angebot als Vorbereitung auf ein Studium oder eine berufliche Aus- und Weiterbildung nutzen möchten. Hierzu gibt es eine Darstellung des Lehrplans.

"Mit Kunst kann man kein Geld verdienen!"


Dieser Kernsatz vieler Berufsberater und anderer Zeitgenossen, die es gut mit uns meinen, stimmt nur bedingt.

Eine Freundin von mir gewann jüngst einen auf 20.000 Euro dotierten Comicbuchpreis. Sie hat sogar einen Verlag, der ihre "bunten Bildchen" druckt und vertreibt. Und ja, sie verdient mit Comics und Illustrationen ihr Geld.
Oder Janine Delleré. Mit der heute selbstständigen Art-Direktorin bin ich jahrelang zur Malschule gegangen. Sie hat jüngst ihr neues Kinderbuch veröffentlicht. Sie hat überdies einen wunderbaren Kreativladen in Kerpen.

Es gibt etliche Leute die sich auf dem weiten Gebiet der Kunst- und Mediengestaltung ihr Brot verdienen. Und sie waren alle in der Malschule: Daniel Armonvutkul (Regisseur), Volker Thies (Inhaber Werbeagentur ID), Marc Ulrich (Inhaber Werbeagentur Marc Ulrich Marketing), Stefanie Manhillen (Selbstständige Künstlerin und Dozentin), Katharina Wist (Mediengestalterin und Illustratorin), Simon Klein (Spielentwickler, Characterdesign), Dominik Ketz (Fotograf), Wolfgang Sturm (Selbstständiger Künstler und Dozent), Birgit Simons (Textildesignerin), Steffi Raths (Selbstständige Künstlerin und Dozentin) um nur ein paar zu nennen, die mir gerade einfallen.

Es gibt keine Garantie dafür, dass der Unterricht in der Malschule diese Leute in ihre Berufe gebracht hat. Sicher ist aber, dass sie ihren Weg durch Einrichtungen wie diese geebnet bekommen haben und so das Selbstvertrauen erlangten, ihre Berufswahl mit ihren Talenten zu verknüpfen.

Die Malschule Roos wurde von der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) Rheinland-Pfalz 2020 als "Berufsbildende Einrichtung" anerkannt. Doch verstehen Sie das bitte richtig: Unsere Einrichtung gibt niemandem das Versprechen, nur durch den Besuch Zugang zu Studium und Beruf zu erlangen. Da gehören auch Motivation und Selbstdisziplin dazu. Dennoch können wir eine 95%ige Erfolgsquote bei den Schüler feststellen, die sich hierfür beworben haben: "Eignungsprüfung bzgl. gestalterischer Fähigkeiten" (im Berufsbild Grafik- und Mediendesign), oder etwa die Mappenvorlage (Studienzugang zu Fachhochschulen/Universitäten).

 

Kunst und/oder Kommerz?

Man sollte grundsätzlich zwischen den verschiedenen beruflichen Perspektiven unterscheiden können. Es tun sich nämlich mindestens zwei Wege bei der Wahl des eigenen künstlerischen Werdegangs auf:

Freischaffend Was man landläufig unter "Künstler/Künstlerin" versteht. Jemand, der vom Verkauf seiner Kunst (Bilder, Skulpturen, Auftragsarbeiten etc.) lebt. Auch gerne als "freier Künstler/freie Künstlerin" bezeichnet. Vereinfacht dargestellt, macht diese Person genau die Kunst, die sie will. Dies ist natürlich der verständliche Traum vieler: Davon zu leben, was man gerne tut. In der Realität gibt es in Deutschland nicht sehr viele KünstlerInnen, die ausnahmslos von ihrer Kunst leben können - sicher nur einige Hundert. Viele sind nebenbei Dozenten, Werbetechniker oder stricken heimlich Pullis. Man sollte sich klarmachen, dass die Selbstständigkeit in freier Wildbahn schwieriger ist. Hat man jedoch Erfolg, wie etwa Gerhard Richter oder Moritz Götze, ist der Weg nach oben offen. Private sowie staatl. Kunst-Akademien sind HIER aufgelistet.

Berufsbildend Eure Kunst (Gestaltung) steht vorwiegend im Kontext einer meist kommerziellen Nutzung. Soll heißen, Eure Kreativität wird einer Verwendung zugeführt, ist Teil eines Produkts. Der Werbegrafiker, Illustrator, Webdesigner oder Modedesigner - um nur einige Berufszweige zu nennen - ordnet sich kommerziellen Aspekten unter. Kurz, Ihr arbeitet nach Vorgaben eines Auftraggebers oder eines übergeordneten Themas. Das ist die Definition eines Berufs. Ein Beruf, der Euer Talent und Interesse in ein Einkommen verwandelt. Eine Berufsbildende Schule die hierfür von uns empfohlen wird, ist die Staatl. Glasfachschule Rheinbach. Wegen ihrer geografischen Nähe (zum Kreis Ahrweiler) und ihrer "Gestaltungstechnischen" Ausrichtung, bietet sie auch Schülern mit mittlerer Reife den Zugang zu gestalterischen Berufen:

Genaueres, auch über Aufnahmeverfahren erfahrt ihr bei uns und auf der Homepage der Schule. Es sind auch immer wieder Einzeltermine zur Beratung möglich.

 

Grundsteine

In der Malschule zeigen wir, wie man seine künstlerischen Arbeiten in einen gestalterischen Kontext bringen kann. Unsere Kreativ-Aufgaben helfen den Schülern dabei, erste Erfahrungen in Gestaltungstechnik zu sammeln. Ob im Industrie-Design (Schüler entwerfen Stühle) oder etwa im Grafik-Design:

Wie führt eine grafische Weiterverarbeitung dem eigenen Werk einen relevanten Zweck zu? Hierfür verteilen wir im Unterricht kreative Aufgabenstellungen. Wie etwa die Gestaltung eines Buchcovers, der Entwurf eines Logos, Kreation eines Etiketts oder Illustration eines Textes...

   

Schülerarbeiten (14-18 Jahre): Gestaltung eines Buchcovers nach Vorgaben

Neben technischen Hilfsmitteln wie Scanner, Drucker, Fotografie und Projektion steht jedoch der eigene Entwurf und die praktische Umsetzung zunächst im Vordergrund. Da die Malschule vorwiegend analog ausgerichtet ist (quasi "Old-School") und primär die klassisch-handwerklichen Techniken des Malen und Zeichnens lehrt, empfehlen wir - begleitend zum Unterricht - selbstdisziplinär ein Mindestmaß an Erfahrung auf dem Gebiet "EDV-Gestützter" Programme zu sammeln.

 

EDV-Kenntnisse

Ob man später ins Webdesign einsteigt oder Filme schneidet, ob man seine Illustrationen einbindet oder grafisch Bücher und Magazine gestaltet: Am Computer geht kein Weg vorbei. Damit sind aber keine Apps gemeint, die auf Smartphones lustige Grafiken generieren, sondern Gestaltungsprogramme, die ausreichend Dynamik und kreative Freiheit bieten. Wo man Einfluss auf Farbe, Form und Ebenen nehmen kann. Aber nicht nur das Visuelle ist wichtig. Auch eine gewisse Kenntnis über gängige Dateiformate, Kompatibilität und Gestaltungs-Konventionen sind zu empfehlen. Doch nicht abschrecken lassen: Wenn man sich nicht erst seit Gestern für die Welt der Visuellen Kommunikation interessiert, hat man sicher schon einige ästhetische und praktische Erfahrungen gesammelt.  Schaut man sich heute die gängigen Grafik-Programme an, können sogar die kostenlosen Varianten mindestens das Nötigste. Die optionalen Programme (wie InDesign, Photoshop, Corel oder die Freeware Gimp) sind selbstdisziplinär zu erarbeiten. Die zugegebenermaßen vielen Stunden, die man benötigt, ein solches Programm effektiv zu nutzen, sind aber gut investiert. Es ist keine Raketenwissenschaft und wer Interesse an Gestaltung hat, sollte nicht zögern.


Zusammenfassung

An dieser Stelle kurz und knapp: Die Malschule bietet keinen Sonderkurs oder Workshop, der nur das Thema "Berufs- und Studienvorbereitung" anbietet. Losgelöst vom Regelunterricht oder gar als "Crashkurs", ginge dies auch gegen die Philosophie der künstlerischen Werdung und Ausbildung. Die Vorbereitung auf Studium, Kunsthochschule und Berufsschule  ist aber ein immanentes Thema in unserer Einrichtung, vor allem bei den jüngeren TeilnehmerInnen. Unser Lehrplan, welcher die Aspekte und Inhalte einer solchen Vorbereitung bereits in den Regelunterricht integriert, setzt jedoch eine Kontinuität und einem zeitliche realen Rahmen voraus. In den Fällen, in denen ein Quereinsteiger - ohne Vorbildung - innerhalb zweier Monate eine Mappe erstellen möchte, wird es schwierig. Das Interesse an Kunst und Gestaltung sollte bereits langfristig vorhanden sein. Vor allem, wenn man diesbezüglich eine berufliche Laufbahn anstrebt. Ungeachtet einer Teilnahme am Unterricht in unserer Einrichtung, empfehlen wir bei der Wahl künstlerischer Berufe, ein grundsätzliches Interesse am Medium und Erfahrung im Umgang gestalterischer Techniken und Themen mitzubringen.

Neben der klassischen Mappenberatung (für Mitglieder kostenlos*) hat sich bei uns in den letzten Jahren auch die konzeptionelle Vorbereitung auf Bewerbungs- und Eignungsprüfungen etabliert. Sprecht uns an!

 

*Wer nur eine Mappenberatung möchte, kann sich für einen Einzeltermin gerne unter Kontakt melden. Eine Erstberatung dauert etwa eine Stunde.

 


 
 
 
 
 
 
 
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